Historie

Liebe Theaterfreunde,

 

„seit über 25 Jahren…auf den Brettern, die die Welt bedeuten“

 

Vor einem viertel Jahrhundert war uns, einer Truppe, junger Fußballer, die nicht nur auf dem Spielfeld sondern auch im Vereinsleben sehr aktiv waren, noch nicht bewusst, was aus einer kurzen Theatereinlage bei einer Weihnachtsfeier alles entstehen kann. Die von Rudi Schmid ins Leben gerufene Theatergruppe des damaligen Fußballvereins SV Schlehdorf-Großweil, kann heute auf eine erfolgreiche schauspielerische Vergangenheit zurückblicken. Inspiriert von einem Theaterbesuch bei der Iberl-Bühne München strebte man nach Höherem. Man wagte sich an das Stück „Erste Klasse“ von Ludwig Thoma. Mit jugendlicher Unbekümmertheit, Spielwitz und Talent begeisterte man das Publikum. Charaktere kristallisierten sich heraus. Hinzukommende Theaterneulinge vergrößerten das Ensemble.
Mit ausgewählten Bühnenwerken, heiteren und hintergründigen Volksstücken, Räuber- und Wildererballaden, sowie Komödien und Münchner Millieustücke wuchs unser Repertoire. Die bevorzugten Autoren Georg Maier und Gerhard Loew prägten unsern Stil. Mit Stücken wie z.B. „Da Hinterloda“, „Da Hochstandsjosef“, „Da Philosophe“, „O heiliger St. Benedikt“, „Zirkus, Zirkus“ und „Da Häuslschleicha“ verkörperte man eine Art von Volkstheater, das bis dahin im Oberland noch nicht bekannt war. Unverfälscht, witzig und mit dem hintergründigen Humor der besagten Autoren, machte man sich über die Landkreisgrenzen hinaus einen Namen und der Zuschauerstamm wuchs stetig. Durch tragisch, anspruchsvolle Inszenierungen wie der "Räuber Kneissl" und "Da rote Jackl" vermittelte man dem Publikum auch tiefsinnige Facetten der Neuwirtbühne. „Egmating“, „Spuiratzn“, „Da Ruach“, „Da Preisboxer“, „Passion“ und „Da Fegfeuerfranz“, um nur einige Stücke zu nennen, boten eine breite Palette von Abwechslung und Vielseitigkeit. Dadurch wuchs natürlich auch die Herausforderung und der Anspruch an das Ensemble. So entstand zum 20-jährigen Bühnenjubiläum ein eigenes Stück namens „Endstation“ aus eigener Feder (Autor: Sepp Daser).

 

Eine große Anerkennung für die Theatergemeinschaft war die Einladung von Georg Maier für einige Gastspiele auf seiner Bühne in München-Solln mit dem Stück „Da Hochstandsjosef“. Zudem sammelten Roswitha Leis und Peter Auer durch sporadische Einsätze sowie Dieter Bauch und Sepp Daser durch ein längeres Engagement reichlich Erfahrung auf der Iberl Bühne. Georg Maier griff über viele Jahre hinaus immer wieder gerne auf die Schauspieler des Großweiler Ensembles zurück.

 

Überdies hinaus sind die Großweiler Akteure als Gastspieler bei verschiedenen Theaterproduktionen sehr beliebt: Einsätze im Garmisch-Partenkirchner Kultursommer, auf der Mittenwalder Freilichtbühne Kundschelamant sowie beim Murnauer Kulturknall. „Filmluft schnuppern“ durften bereits Rudi Schmid als Wirt in Josef Vilsmeier`s Kinofilm „Brandner Kaspar“, Dieter Bauch in einer BR-Produktion mit Christian Springer (Fonsi) und Sepp Daser als Expeditionsteilnehmer im Kinofilm „Nanga Parbat“ von Josef Vilsmeier.

 
Mit einer jährlichen Sondervorstellung zu Gunsten eines gemeinnützigen Zweckes unterstützt die Neuwirtbühne auch soziale Einrichtungen.

 

Die Neuwirtbühne hat es sich zur Aufgabe gemacht Theater im ländlichen, bäuerlichen und kleinbürgerlichen Milieu mit bayerischer Lebensphilosophie dem Zuschauer nahe zu bringen. Fernab von milder und zahmer Touristentheaterkost möchten wir dramatische Mundartdichtung und bayerische Literaturgeschichte verkörpern. In kräftiger Mundartsprache wählen wir vor allem volksnahe Stücke aus – Theater über das Volk und für das Volk. Das Theater ist von Ursprung und Sinn her ein Spiegel des Menschlichen, ein Sinnbild des Lebens sowie eine Darstellung menschlicher Schwächen und Schichten. Unser Ziel ist es das Unterhaltungsbedürfnis des Zuschauers mit diesen Eigenschaften des Volkstheaters auf dramaturgisch hohem Niveau zu erfreuen.

 


Spielleiter Sepp Daser